ECHINACEA (Roter Sonnenhut) – die immunstimulierende Pflanze der amerikanischen Ureinwohner

Purpurfarbener Sonnenhut Echinacea purpurea (L.) MOENCH

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Verwendete Pflanzenteile (Droge):
Kraut – Echinaceae purpureae herba

Der botanische Name Echinacea stammt vom griechischen Wort „echinos“ für Igel ab. Das Stachelige ist eine schöne Signatur für seine Abwehrbereitschaft, so auch die rauhhaarigen Blätter. Dies kann man bildlich auf das Immunsystem übertragen, das durch Präparate aus dem Kraut dieser Pflanze angeregt wird Abwehrzellen zu bilden. Der Deutsche Name Sonnenhut bezeichnet den stolz aufragenden Blütenkopf, der sich der Sonne entgegen streckt.

Historisches

Ursprünglich ist die Gattung Echinacea in Nordamerika verbreitet, der bekannteste bei uns bekannte Vertreter ist der rote oder purpurfarbene Sonnenhut. Zusammen mit den Arten E. pallida und E. angustifolia, haben sie eine lange Tradition bei den nordamerikanischen Ureinwohnern, die die Pflanze für eine Vielzahl von medizinischen Zwecken nutzten. Sie wurden vor allem zur Behandlung von Wunden, Infektionen und Schlangenbissen verwendet. Im 19. Jahrhundert entdeckten europäische Siedler die Heilkräfte der Pflanze, und so wurde sie in die westliche Kräutermedizin integriert.

Botanik und Vorkommen

Echinacea ist in den Prärien und offenen Waldgebieten Nordamerikas heimisch. Die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte mit gut durchlässigem Boden. In Europa wird sie häufig in Gärten kultiviert und ist wegen ihrer attraktiven Blüten auch eine beliebte Zierpflanze.

Inhalts- und Wirkstoffe

Echinacea enthält eine Vielzahl von bioaktiven Verbindungen, darunter:

  • Polysaccharide: Diese fördern das Immunsystem, indem sie die Aktivität von Makrophagen und natürlichen Killerzellen erhöhen.
  • Glykoproteine: Unterstützen ebenfalls das Immunsystem.
  • Alkylamide (Alkamide): Haben entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkungen.
  • Cichoriensäure und andere Kaffeesäurederivate: Ein starkes Antioxidans.
  • Ätherische Öle: Diese variieren je nach Art, sind aber im Allgemeinen reich an Monoterpenen und Sesquiterpenen.
  • Polyacetylene und Flavonoide

Wirkungen und Pharmakologie

Die Inhaltsstoffe der Echinacea haben eine Reihe von pharmakologischen Wirkungen:

  • Immunstimulierend: Echinacea fördert die Aktivität und Mobilität von weißen Blutkörperchen und Makrophagen, was zu einer gesteigerten Immunantwort führt.
  • Entzündungshemmend (antipholgistisch): Alkylamide und Cichoriensäure reduzieren Entzündungen durch die Hemmung von pro-inflammatorischen Zytokinen.
  • Antioxidativ: Cichoriensäure schützt Zellen vor oxidativem Stress.
  • Antimikrobiell: Echinacea zeigt eine gewisse Wirksamkeit gegen Bakterien und Viren (!), was zur Unterstützung des Immunsystems beiträgt.
  • Wundheilungsfördernd (granulationsfördernd): Traditionell wurde Echinacea zur Behandlung von Wunden und Hautinfektionen verwendet, was durch ihre entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften unterstützt wird.

In der modernen Phytotherapie wird Echinacea vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen, Grippe und anderen Infektionen der oberen Atemwege eingesetzt. Es wird auch bei der Unterstützung der Wundheilung und als allgemeines Immunstimulans verwendet.

Zu beachten ist, dass das Kraut der Pflanze frisch verwendet wird. Kontraindikation sind Autoimmunkrankheiten.

Medizinische Anwendungen (Indikationen)

Anerkannte medizinische Anwendung

Purpur-Sonnenhut-Kraut
Das HMPC hat für feste und flüssige Frischpflanzenzubereitungen aus Purpur-Sonnenhut-Kraut die kurzfristige innerliche Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungs­krankheiten als „medizinisch anerkannt“ („well-established use“) akzeptiert. Für die äußerliche Anwendung wurde Purpur-Sonnenhut-Kraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP: innerlich zur unterstützenden Behandlung wiederkehrender Infekte der oberen Atemwege (banale Erkältung) sowie der ableitenden Harnwege; äußerlich bei oberflächlichen Wunden.
Kommission E: zur unterstützenden Behandlung wiederkehrender Infekte im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege.

Purpur-Sonnenhut-Wurzel
Das HMPC hat Purpur-Sonnenhut-Wurzel als traditionelles pflanzliches Arznei­mittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP: zur unterstützenden Behandlung und zur Vorbeugung wiederkehrender Infekte der oberen Atemwege (banale Erkältung).
Kommission E: Negativmonographie, da die Wirksamkeit zu der damaligen Zeit nicht belegt war.

Blasser-Sonnenhut-Wurzel
Das HMPC hat Blasser-Sonnenhut-Wurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP: zur unterstützenden Therapie und zur Vorbeugung wiederkehrender Infekte der oberen Atemwege (banale Erkältung).
Kommission E: Zur unterstützenden Therapie grippeartiger Infekte.

Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel
Das HMPC hat Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel als traditionelles pflanzliches Arznei­mittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP: zur unterstützenden Behandlung und zur Vorbeugung wiederkehrender Infekte der oberen Atemwege (banale Erkältung).
Kommission E: Negativmonographie, da die Wirksamkeit zu der damaligen Zeit nicht belegt war.

Quelle: Arzneipflanzenlexikon, (Kooperation Phytopharmaka)

(c) Beitragsbild und Galerie: Echinacea Blüten, Autor: Ute Mangold

3 Kommentare

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